DIE FÜNF PFLEGEGRADE

Die Pflegegrade sind die Grundlage für den Erhalt von Geldleistungen und Sachleistungen der Pflegekasse. Seit dem zweiten Pflege­stärkungs­gesetz werden Pflegebedürftige in Deutschland in einen von fünf Pflegegraden eingeteilt. Damit lösen die Pflegegrade das alte System der Pflegestufen ab. Mit zunehmender Pflegebedürftigkeit wird immer mehr Unterstützung benötigt.

Je nach Pflegegrad bestehen unterschiedliche Ansprüche auf Zuschüsse und Leistungen. Der Pflegegrad Antrag sollte möglichst frühzeitig gestellt werden, um die Unterstützungsangebote und die finanzielle Entlastung von Anfang an zu nutzen. Grundlage für die Einstufung ist eine Begutachtung durch den 'MDK' für gesetzlich Versicherte oder den Dienst 'MEDICPROOF' für Privatversicherte. 

In Deutschland werden Pflegebedürftige in einen der fünf Pflegegrade eingeteilt

Pflegegrad 1 - Geringe Beeinträchtigungen

Pflegegrad 2 - Erhebliche Beeinträchtigungen

Pflegegrad 3 - Schwere Beeinträchtigungen

Pflegegrad 4 - Schwerste Beeinträchtigungen

Pflegegrad 5 - Schwerste Beeinträchtigungen*

*mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

DER PFLEGEGRAD ANTRAG

Sie sollten den Antrag so früh wie möglich stellen. Bereits ab dem Zeitpunkt des Antrags haben Sie Anspruch auf Pflegegeld / Pflegesachleistungen. Für den Monat des Erstantrags erhalten Sie bei Bewilligung anteiliges Pflegegeld / Pflegesachleistungen.

  • Antrag stellen
    Sie oder ihr Angehöriger stellen einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse. Mit einer Vollmacht kann auch ein Angehöriger oder guter Bekannter die Beantragung übernehmen. Der Antrag kann formlos erfolgen - Sie müssen also kein Formular bei Ihrer Pflegekasse anfordern.
  • Vorbereiten
    Bereiten Sie sich vor, in dem Sie ein Pflegetagebuch führen. Halten Sie fest, bei welchen alltäglichen Situationen Sie beziehungsweise Ihr Angehöriger Hilfe benötigen. Je detaillierter die Angaben sind, umso höher sind die Chancen, eine erfolgreiche Einstufung in den richtigen Pflegegrad zu erhalten. Auch Befunde oder Arztbriefe sind hilfreich.
  • Unterstützung einholen
    Es ist hilfreich, eine Vertrauensperson bei der Begutachtung dabei zu haben. Das kann ein Angehöriger, ein Freund oder eine Pflegeperson sein. Eine vertraute Person unterstützt den Pflegebedürftigen dabei, wirklich alle relevanten Themen anzusprechen. Je besser die Person den Pflegebedürftigen kennt, umso hilfreicher ist die Anwesenheit.
  • Ehrlich sein
    Stellen Sie die Probleme bei der Begutachtung ehrlich und ausführlich dar. Auch wenn manche Dinge unangenehm sind, schadet Ihnen oder Ihrem Angehörigen das Verschweigen auf lange Zeit. Wenn nicht alles offengelegt wird, kommt es oft zu einer Fehleinstufung oder gar Ablehnung des Antrags. Schreiben Sie sich das Wichtigste im Voraus auf.
  • Auf Ihre Rechte bestehen
    Wenn Sie unzufrieden mit dem Ergebnis der Begutachtung sind, haben Sie innerhalb eines Monats die Option, Widerspruch einzulegen. Machen Sie von diesem Recht Gebrauch. Auch dieses Schreiben erfolgt formlos an die Pflegekasse. Bitten Sie unbedingt um die Übersendung des Gutachtenberichts, falls Sie diesen noch nicht von Ihrer Pflegekasse erhalten haben.

DAS GUTACHTEN

Die 'Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit' findet im Zuhause des Pflegebedürftigen statt - Zur Zeit aufgrund der Corona Pandemie findet die Begutachtung telefonisch statt. Der Gutachter geht mit Ihnen gemeinsam einen Fragenkatalog durch. Das Gespräch findet mündlich statt - der Gutachter macht unterdessen Notizen. 

Antworten Sie immer ehrlich und ausführlich - auch wenn es unangenehm wird. Der Pflegegrad wird anhand einer Punkteskala von 0-100 vergeben. Bis zu einer Schwelle von 12,5 Punkten gibt es keinen Pflegegrad. Der zeitliche Aufwand der Pflege ist seit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz nicht mehr die Grundlage für die Einstufung.

Das Gutachten wird auf der Basis von sechs Modulen geführt

  • Mobilität - Wie und mit welchen Hilfsmitteln bewegt sich der Pflegebedürftige fort? Wie intensiv ist er auf die Benutzung dieser Hilfsmittel angewiesen? Wie ist seine Körperhaltung?
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten - Wie ausgeprägt sind Orientierungssinn und Zeitgefühl? Kann der Pflegebedürftige eigene Entscheidung treffen und Gespräche führen?
  • Verhalten und psychische Problemlagen - Ist der Pflegebedürftige ängstlich oder neigt er zu aggressivem Verhalten? Hat er psychische Probleme oder liegt eine Depression vor?
  • Selbstversorgung - Wie selbstständig findet die Körperpflege und Nahrungsaufnahme statt? Wenn Hilfe benötigt wird - wie umfangreich ist diese in Art und Zeit?
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen - Benötigt der Pflegebedürftige Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten und der Versorgung?
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte - Wie ist der Tagesablauf organisiert und strukturiert? Gibt es Beschäftigungsrituale und werden soziale Kontakte selbstständig aufrechterhalten?

FINANZIERUNG

Welche Zuschüsse gibt es für den Pflegedienst?

Benötigen Sie unsere Unterstützung länger als vier Wochen ist die Pflegekasse für die finanzielle Bezuschussung zuständig. Über die Pflegesachleistungen haben Sie ein Budget zur Verfügung, über das wir unsere Tätigkeiten abrechnen. Die Höhe dieses Budgets variiert zwischen 689 und 1.995 Euro monatlich - je nach Pflegegrad. Haben Sie den Pflegegrad 1 erhalten Sie keine Pflegesachleistungen.

Bei Pflegegrad 1 können Sie lediglich den Entlastungsbetrag zur Finanzierung unserer Dienste verwenden. Dieser beträgt 125 Euro im Monat. Bei PG 1 darf der Entlastungsbetrag auch für körperbezogene Maßnahmen verwendet werden. Nehmen Sie die Verhinderungspflege in Anspruch, können Sie das Ihnen zur Verfügung gestellte Budget von 1.612 Euro im Jahr für ambulante Pflegedienste in Ihrer Abwesenheit stundenweise oder tageweise nutzen.

Pflegegrad 1 - 125 Euro Entlastungsbetrag 

Pflegegrad 2 - 689 Euro Sachleistung ( + 125 € Entlastungsbetrag )

Pflegegrad 3 - 1.298 Euro Sachleistung ( + 125 € Entlastungsbetrag )

Pflegegrad 4 - 1.612 Euro Sachleistung ( + 125 € Entlastungsbetrag )

Pflegegrad 5 - 1.995 Euro Sachleistung ( + 125 € Entlastungsbetrag )

ENTLASTUNGS BETRAG

Alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad haben Anspruch auf den Entlastungsbetrag. Grundsätzlich darf dieser nicht für körperbezogene Maßnahmen verwendet werden. Die einzige Ausnahme bilden Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 da diese den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich auch für körperbezogene Pflegemaßnahmen (die sogenannte Grundpflege) verwenden. 

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 dürfen den Entlastungsbetrag für die folgenden Leistungen verwenden 

• Körperpflege • Kleidungswechsel • Inkontinenzversorgung • Mobilisierende Hilfen

Bei Pflegegrad 2-5 darf der Entlastungsbetrag ausschließlich für haushaltsbezogene Leistungen der ambulanten Pflegedienste verwendet werden 

• Fahrdienste • Hilfe bei der Haushaltsführung

KOMBINATIONS PFLEGE

Pflegesach­leistungen & Pflegegeld kombinieren

Personen, die häuslich gepflegt werden, können Pflegegeld oder Pflegesachleistungen beziehen. Es ist aber auch möglich, die beiden Zuschüsse miteinander zu kombinieren. Dann spricht man von der sogenannten Kombinationspflege - auch kurz Kombipflege genannt. Wenn Sie die Pflegesachleistungen nicht vollständig ausgeschöpft haben, bekommen Sie den Restbetrag prozentual als Pflegegeld ausgezahlt.

Wenn Sie die Pflegesachleistungen nur zu 50 Prozent verbraucht haben, erhalten Sie 50 Prozent des Pflegegelds, dass Ihnen beim vorhandenen Pflegegrad zusteht. Verbrauchen Sie 60 Prozent der Pflegesachleistung, erhalten Sie noch 40 Prozent anteiliges Pflegegeld. Verbrauchen Sie die Pflegesachleistungen in einem Monat vollständig, wird kein Pflegegeld ausgezahlt.

VERHINDERUNGS PFLEGE

Ist der pflegende Angehörige abwesend, entlasten wir mit der Verhinderungspflege. Hierfür sind wir gut geeignet, denn das Pflegefachpersonal vertritt den pflegenden Angehörigen in seiner Abwesenheit mit einem ganzheitlichen Pflegeangebot, welches neben der Grundpflege auch medizinische Behandlungen beinhaltet. Die Pflegekraft führt eine Pflegedokumentation, durch die Sie die Behandlungsmaßnamen nachvollziehen können.

Die Verhinderungspflege kann bis zu sechs Wochen in Anspruch genommen werden und wird ab Pflegegrad 2 mit bis zu 1.612 Euro im Jahr durch die Kasse bezuschusst.

Durch 50 Prozent des Kurzzeitpflegebudgets kann der Betrag auf 2.418 Euro aufgestockt werden.

VORTEILE UNSERES AMBULANTEN DIENSTES

• Die Unterstützung hilft Ihnen und Ihren Angehörigen Privatleben und Pflege zu vereinbaren

• Sie werden professionell in Ihrer gewohnten Umgebung versorgt

• Der Pflegedienst übernimmt auch die medizinische Versorgung

• Unsere Pflegekräfte sind für eine medizinische Pflege qualifiziert

• Für die Finanzierung unserer ambulanten Dienste erhalten Sie Zuschüsse der Krankenkassen und Pflegekassen

• Durch die Pflegedokumentation können Sie die vorgenommenen Behandlungen nachvollziehen und verstehen

UNSERE PREISE

Grundpflege SGB XI

Abrechnung nach Leistungskomplexen

Punktewert ab

01.01.2021 0,05905 €

Entlastungsleistung

Ab 39,90 € pro Stunde

Verhinderungspflege

Ab 39,90 € pro Stunde

Private Leistungen

Wir haben verschiedene Angebote für Sie zusammengestellt um Ihnen Gestaltungsmöglichkeiten für einen selbst bestimmten Alltag bieten zu können.

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Global Care Pflegedienst GmbH

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